Die Choreografin Rafaële Giovanola erhält den Deutschen Tanzpreis 2027 in Anerkennung von 25 Jahren außergewöhnlicher künstlerischer Leistungen und ihres wegweisenden Beitrags zum zeitgenössischen Tanz. Auch Martin Schläpfer und Joy Alpuerto Ritter werden geehrt. Die Verleihung findet am 13. März in Essen statt. Die Auszeichnung ist ein starkes Zeichen für CocoonDance und die freie Tanzszene in NRW. Wir gratulieren herzlich!
Die Initiative Kultur Kommunikation warnt: Aktuell werden viele Accounts wegen Musik in Kurzvideos auf Instagram, Facebook & Co. abgemahnt – teils mit Forderungen im vier- bis fünfstelligen Bereich. Während die Instagram-Musikbibliothek privat genutzt werden darf, gilt diese Lizenz nicht für Kulturinstitutionen. Worauf sollten Veranstalter und Einrichtungen jetzt achten? Diese und weitere Meldungen zu diesem Thema unter dem Stichwort Kommunikation / Social Media in der Infothek.
nachkritik.de: Köln: Pläne für Schauspiel-Interimsspielstätte Depot (4. Mai 2026)
tanz: Ausgeträumt (März 2026)
Stadtrevue: Das Ungehagen im Depot (März 2026, nur in Print)
Kölner Stadt-Anzeiger: Musical statt Tanz – „Wir machen uns wieder einmal lächerlich“ (2. Januar 2026, Paywall)
WDR Westart: Streit um Zukunft der Kölner Theaterbühnen (28. Januar 2026)
Kölner Stadt-Anzeiger: Das Depot wird Musicalstandort (27. Januar 2026, Paywall)
Kölner Stadt-Anzeiger: Statt Ballett wird jetzt gekickt (24. Januar 2026, nur in Print)
kultur.west: Das Kölner Tanz-Desaster (29. Januar 2025)
Kölner Stadt-Anzeiger: Ratsbeschluss. Köln soll wieder Tanzstadt werden – Depot bleibt bestehen (15. Juni 2023)
Seit Januar 2026 gelten bei der Bezahlung von freien Künstler:innen in NRW in allen Sparten Honoraruntergrenzen, sobald das Land mit einem Cent an der Förderung
beteiligt ist. Nun stellt das hiesige Kulturministerium 3 Millionen Euro bereit, um die Mehrkosten abzufedern und faire Bezahlung für Künstler:innen zu sichern. Aus einer Liste der Gesamtverteilerung wird deutlich, dass mit rund 1,1 Millionen Euro die Freien Darstellenden Künste stark profitieren – ein wichtiges Signal für die freie NRW-Szene.
Mit großer Irritation nehmen wir die Mitteilung aus der Sondersitzung des Bühnenausschusses vom 23. Januar 2026 zur Kenntnis: Das Depot im Kölner Stadtteil Mülheim soll entgegen der weiterhin gültigen Ratsbeschlusslage nicht zu einem Haus für Tanz und Performance entwickelt werden, sondern künftig als Musical-Standort dienen. Die Folgen wären gravierend: Das Depot verliert sein Profil als Ort zeitgenössischer Bühnenkunst, das geplante Kooperationsmodell von freier Szene und städtischen Bühnen wird aufgegeben, die Perspektive einer Tanzkompanie und guter Produktionsbedingungen für größere freie Ensembles ist verspielt. Förderprogramme des Landes sind nicht reaktivierbar, jahrelanges Engagement wird entwertet, kulturpolitische Zusagen werden nicht umgesetzt.
Stillstand statt Perspektive: Tanzstadt Köln hat keine Zukunft (gesamte Stellungnahme)
Seit Anfang des Jahres sind Mindesthonorare für freie Künstler:innen Voraussetzung für eine Landesförderung. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW) stellt nun zusätzlich drei Millionen Euro bereit, um steigende Kosten abzufedern und eine faire Bezahlung flächendeckend zu sichern.
Gehirne von Tänzer:innen sind im Durchschnitt sieben Jahre jünger als diejenigen von vergleichbaren Personen, die nicht kreativ sind. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte internationale Studie der Universidad Adolfo Ibañez aus Santiago de Chile. Je höher das Fachwissen und die Leistungsfähigkeit, desto größer war die Verzögerung des Gehirnalters.
Die Stadt Köln bietet die neue digitale Beratungsreihe KulturFörderRadar zu Förderprogrammen an, um Kulturschaffende bei der Suche, Auswahl und Beantragung von Fördermitteln zu unterstützen. An jedem ersten Montag im Monat wird von 15 bis 16 Uhr online eine Förderinstitution mit ihrem aktuellen Förderangebot vorgestellt, die Teilnahme ist kostenlos.
Laut Werkstatistik 2023/24 des Deutschen Bühnenvereins ist die Zahl der Zuschauer:innen insgesamt im Vergleich zur Vorjahresspielzeit in Deutschland um über 1,5 Millionen auf 20 Millionen gestiegen – obwohl die Anzahl der Vorstellungen im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit fast gleich geblieben ist. In den Bereichen Tanz sowie Kinder- und Jugendtheater gab es am meisten Zuwachs – sowohl bei den Aufführungs- wie auch bei den Besuchszahlen. Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, appelliert an die Träger:innen, sich für den Erhalt und die Stärkung der Theater weiter einsetzen: „Wir brauchen die Theater aktuell mehr denn je als Orte – und die Kraft der Darstellenden Künste für unsere Gesellschaft.“
Die TanzFaktur in Köln, eine zentrale und wichtige Institution für zeitgenössischen Tanz, steht ohne langfristige finanzielle Unterstützung von Seiten des Landes NRW vor dem Aus. Das hätte für die gesamte Tanzlandschaft in NRW verheerende Folgen für die Produktion und Präsentation der großen freien Tanzszene, die schon überproportional von Kürzungen bedroht ist. Eine Petition appelliert an Frau Ministerin Ina Brandes, eine langfristige und nachhaltige finanzielle Unterstützung für die TanzFaktur sowie Soforthilfen zur Überbrückung der akut bedrohten finanziellen Lage bereitzustellen, um das Tanzhaus für Künstler:innen, Veranstaltungen und kulturelle Bildung zu erhalten.
Um die Kunstform Tanz in Deutschland zu stärken, verbindet sich der Dachverband Tanz Deutschland mit starken politischen Akteur:innen zur INITIATIVE TANZ In den Jahren 2023 bis 2025 sollen die Projektförderungen der Länder, Kommunen und des Bundes durch gezielte Bundesförderung weiter ausgebaut werden. Zum Trailer:

Wie kann faire Kulturförderung aussehen? Für einen Großteil der Fördermittel werden Jurys einberufen, die anhand programmspezifischer Auswahlkriterien über Förderung oder Nicht-Förderung künstlerischer Arbeit entscheiden. Jurys haben somit direkten Einfluss darauf, welche Perspektiven und Ästhetiken in einer Kulturlandschaft wirken können. Diversity Arts Culture hat zwei neue Leitfäden – für Fördergebende und Jurys – entwickelt, die beleuchten, wie diskriminierungskritische Juryarbeit aussehen kann.